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<title>Chinalack</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Chinalack</span></h1>
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<p><b>Chinalack</b>, auch als <b>Rhuslack</b>, <a href="Urushi" title="Urushi">Urushi</a>-Lack oder <b>Japanlack</b> (<a href="Japanische_Schrift" title="Japanische Schrift">jap.</a> <span lang="ja-Jpan" class="Jpan">生漆</span>, <b>Ki-urushi</b>, wörtlich: „rohes Urushi“) bezeichnet, wird aus dem Wundsaft des <a href="Lackbaum" title="Lackbaum">Lackbaumes</a> (<i>Rhus verniciflua</i>, auch <i>Rhus vernicifera</i>, jap. <span lang="ja-Jpan" class="Jpan">漆の木</span>, <i>Urushi no Ki</i>) als dickflüssiges und graugelbes Produkt gewonnen. Diese natürliche und giftige Lackart ist die Grundlage für die traditionelle <a href="Chinesische_Lackkunst" title="Chinesische Lackkunst">chinesische</a> und <a href="Japanische_Lackkunst" class="mw-redirect" title="Japanische Lackkunst">japanische Lackkunst</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Herkunft">Herkunft</h2></div>
<p>Der Lackbaum (<i>Rhus verniciflua</i> <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261921330">
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</style><span class="Person h-card">Stokes</span>) kommt in China, Japan und Indien wild vor. Zum Zwecke seiner Nutzung wurde er in China (vorwiegend in den mittleren und südlichen Provinzen <a href="Anhui" title="Anhui">Anhui</a>, <a href="Zhejiang" title="Zhejiang">Zhejiang</a>, <a href="Fujian" title="Fujian">Fujian</a>, <a href="Hubei" title="Hubei">Hubei</a>, <a href="Sichuan" title="Sichuan">Sichuan</a> und <a href="Guangxi" title="Guangxi">Guangxi</a>) und Japan (<a href="Honsh%C5%AB" title="Honshū">Honshū</a>) kultiviert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gewinnung_der_Rohsubstanz">Gewinnung der Rohsubstanz</h2></div>
<p>Der Grundstoff für chinesischen Lack wird aus dem harzigen, grau-weiß milchigen Rindensekret des Lackbaums gewonnen.
</p><p>Zur Lackgewinnung werden die Stämme des Baumes horizontal angeritzt. Die Bäume müssen idealerweise wenigstens 9 Jahre alt sein. Zum Ritzen bedienen sich die Urushi-shōkunin (Lackzapfer) einer sehr scharfen Ritzsichel (Kaki-gama). Zum Auskratzen wird ein löffelartiges Instrument (Natsu-bera) benutzt, mit dem sie den Rohlack in einen kleinen Eimer (Gō) oder ein kurzes Bambusrohr füllten. Die Hände schützen die Lackzapfer mit Fausthandschuhen (Te-bukuro).
</p><p>Das Sekret verfärbt sich sehr bald nach Entnahme bräunlich und härtet dann in einem langwierigen Prozess aus. Die Qualität hängt einerseits vom Alter des Baums ab – ideal sind zehn bis fünfzehn Jahre –, aber auch von der Bodenbeschaffenheit, den Klimaverhältnissen, dem Erntemonat und der bei der Verarbeitung aufgewandten Sorgfalt.
</p><p>In einem nächsten Schritt wird der Lacksaft mit Hanftüchern gefiltert und durch schonendes Erhitzen und Umrühren <a href="Dehydrierung" title="Dehydrierung">dehydriert</a> und <a href="Homogenit%C3%A4t" title="Homogenität">homogenisiert</a>. Sodann erfolgt die Färbung mit <a href="Pigment" class="mw-redirect" title="Pigment">Pigmenten</a>. Die klassischen Lackfarben Rot und Schwarz erhielt man durch Beigabe von <a href="Cinnabarit" title="Cinnabarit">Zinnober</a> bzw. <a href="Ru%C3%9F" title="Ruß">Ruß</a> – an dessen Stelle später teilweise Eisensulfatspäne traten. Erst im 19.&nbsp;Jahrhundert gelang die Herstellung von braunem (<a href="Eisenoxidpigment" title="Eisenoxidpigment">Eisenoxid</a>), grünem (Mischung aus <a href="Indigo" title="Indigo">Indigo</a> und <a href="Malachit" title="Malachit">Malachitpulver</a>) sowie gelbem (<a href="Auripigment" title="Auripigment">Auripigment</a>) Lack. Die genaue Tönung hing jedoch in starkem Maße von der Jahreszeit ab.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte_der_japanischen_Lackkunst">Geschichte der japanischen Lackkunst</h2></div>
<p>Japanische Lackarbeiten sind aus dem 3.&nbsp;Jahrhundert bekannt. Der Höhepunkt dieser Kunst liegt im 17.&nbsp;Jahrhundert. Nach Europa kamen die ersten konkreten Nachrichten durch <a href="Engelbert_Kaempfer" title="Engelbert Kaempfer">Kaempfer</a> (1712)<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und den Jesuitenpater Pierre Nicolas d’Incarville (1760).<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Die Lackarbeiten wurden „Nuri-mono“ und „Urushi-saiku“ genannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Eigenschaften">Eigenschaften</h2></div>
<p>Der rohe Lack ist zunächst trüb, aber nach dem Aushärten durch <a href="Polymerisation" title="Polymerisation">Polymerisation</a> klar und sehr hell bis dunkel bernsteinfarbig. Unter dem Einfluss des Enzyms <a href="Laccase" title="Laccase">Laccase</a> trocknet der gewonnene Milchsaft zu einer zähen Masse ein. Vor der Verarbeitung durch den Lackierer muss der eingetrocknete Milchsaft des giftigen Lackbaums noch gereinigt und umgearbeitet werden. Die Technik wird <a href="Urushi" title="Urushi">Urushi</a> genannt. Für die Anwendung mischt man dem Lack verschiedene Substanzen bei und erzielt auf diese Weise verschiedene Farbtöne. Dazu dienten <a href="Ru%C3%9F" title="Ruß">Ruß</a>, Eisenverbindungen, <a href="Bleiwei%C3%9F" title="Bleiweiß">Bleiweiß</a>, <a href="Indigo" title="Indigo">Indigo</a>, <a href="Cinnabarit" title="Cinnabarit">Zinnober</a>, <a href="Orpiment" class="mw-redirect" title="Orpiment">Auripigment</a>, <a href="Gold" title="Gold">Gold</a> und <a href="Silber" title="Silber">Silber</a>.
</p><p>Der Lack weist nach dem Eintrocknen eine große Härte, geringe Sprödigkeit und keine Schrumpfungsrisse auf. Seine große Beständigkeit gegen übliche Flüssigkeiten (Wasser, Alkohol, Ether, Säuren, Salzlösungen) begründet seine Wertschätzung. Der trockene Lack ist wasserfest und wird von Säuren und Basen kaum angegriffen. Im frischen Zustand hat das Produkt eine helle graugelbliche Farbe. Beim Trocknen verändert sich der Farbton über Dunkelbraun zu Schwarz.<br>
Chemische Hauptbestandteile sind so genannte <a href="Urushiole" title="Urushiole">Urushiole</a>. Sie härten bei Temperaturen ab 30&nbsp;°C aus und sind resistent bis ca.&nbsp;100&nbsp;°C.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lackkrankheit">Lackkrankheit</h3></div>
<p>Bei Hautkontakt entstehen Rötungen der betroffenen Partien und in der Folge Bläschen mit Flüssigkeit. In schwereren Fällen zeigen zahlreiche Körperteile Schwellungen mit starkem Juckreiz. Zusätzlich treten Vereiterungen auf. Diese Erscheinungen werden Lackkrankheit (Urushi-Kaburé) genannt. Deshalb werden Handschuhe getragen und im Falle eines direkten Hautkontaktes die betroffenen Stellen sofort und intensiv gereinigt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Alexander_Tschirch" title="Alexander Tschirch">A. Tschirch</a>: <i>Die Harze und die Harzbehälter mit Einschluss der Milchsäfte.</i> Leipzig 1906.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://materialarchiv.ch/de/ma:material_1819?type=all&amp;n=Grundlagen"><i>Urushi</i></a> auf materialarchiv.ch, abgerufen am 3. Januar 2025.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Engelbert_Kaempfer" title="Engelbert Kaempfer">E. Kaempfer</a>: <i>Amoenitatum exoticarum politico-physico medicarum fasciculi V.</i> Lemgoviae, 1712.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">P. d'Incarville: <i>Mémoire sure le Vernis de la Chine.</i> In: <i>Mém. de l'acad. roy. des sc. III.</i> 1760, S.&nbsp;117.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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